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Eilaktion von Brot für die Welt

Brot für die Welt | 02.03.2010

Wir sind sehr besorgt um die Sicherheit und das Leben unserer Partner der Anwaltsvereinigung Corporación Jurídica Libertad in Medellín. Gegen den Anwalt Bayron Góngora Arango gibt es konkrete Mordpläne. Unsere Partner berichten von vertraulichen und glaubwürdigen Informationen, wonach Auftragskiller einer illegalen bewaffneten Gruppe aus dem Stadtteil Campo Valdés in Medellín den Mord ausführen sollen. Aber auch die anderen Anwälte und Anwältinnen der Corporación Jurídica Libertad sind gefährdet. Sie beschreiben, dass sie in den vergangenen Wochen beschattet und verfolgt wurden.

„Ökumenisches Lernen und Handeln - Kolumbien“
von „Brot für die Welt“

Februar 2010


Liebe Kolumbien-Freundinnen und -Freunde!


Wir sind sehr besorgt um die Sicherheit und das Leben unserer Partner der Anwaltsvereinigung Corporación Jurídica Libertad in Medellín. Gegen den Anwalt Bayron Góngora Arango gibt es konkrete Mordpläne. Unsere Partner berichten von vertraulichen und glaubwürdigen Informationen, wonach Auftragskiller einer illegalen bewaffneten Gruppe aus dem Stadtteil Campo Valdés in Medellín den Mord ausführen sollen.

Aber auch die anderen Anwälte und Anwältinnen der Corporación Jurídica Libertad sind gefährdet. Sie beschreiben, dass sie in den vergangenen Wochen beschattet und verfolgt wurden.

Die Corporación Jurídica Libertad (Juristenvereinigung „Freiheit“) ist seit mehreren Jahren Partner von “Brot für die Welt“. Sie unterstützt und berät Opfer und Angehörige von Menschenrechtsverletzungen und vertritt sie anwaltlich vor den Gerichten in Kolumbien und vor internationalen Institutionen. Erfolgreich gehen sie gegen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien vor, decken Täterstrukturen auf und klagen auch die Hintermänner an. Insbesondere durch ihr Engagement gegen „extralegale Hinrichtungen“ haben sie sich viele Feinde bei den Sicherheitsbehörden und Paramilitärs gemacht. Diese staatlichen Morde werden von Angehörigen des Militärs begangen. Zivilisten werden ermordet und als im „Kampf gefallene Guerilleros“ deklariert.

Für die Anwälte steht fest, dass dieses Engagement Grund für die Mordpläne ist. Bayron Góngora und seine Kollegen haben insbesondere an Fällen von extralegalen Hinrichtungen gearbeitet. Sie haben immer wieder Ermittlungen gegen den ehemaligen Heeresgeneral Manuel Montoya und den ehemaligen Brigadegeneral der Polizei Leonardo Gallego gefordert. Sie werden von Ex-Paramilitärchef Diego Fernando Murillo Bejarano belastet, während der Militäroperation „Orion“ mit den Paramilitärs zusammengearbeitet zu haben. Montoya musste Ende 2008 wegen der vielen extralegalen Hinrichtungen als oberster Heeresführer zurücktreten. Er wurde jedoch nicht angeklagt und ist zur Zeit Botschafter Kolumbiens in der Dominikanischen Republik. Mittlerweile wurden jedoch auch gegen ihn Ermittlungen eingeleitet.

Skandalös ist die Haltung der Regierung: Schon im Jahr 2008 hatte die Interamerikanische Menschenrechtskommission von der kolumbianischen Regierung wirksame Maßnahmen zum Schutz der Corporación Jurídica Libertad gefordert. Die Anwälte berichten uns nun, sie hätten daraufhin mehrfach bei der Regierung um einen Termin gebeten, um mit ihr über ihre Sicherheitssituation zu sprechen. Diese Anfragen wurden bislang ignoriert.

Um der aktuellen Bedrohung entgegen zu wirken, rufen wir zu einer Eilbriefaktion auf.
Dazu haben wir für Sie einen Protestbrief in spanischer Sprache vorbereitet (deutsche Übersetzung siehe unten; spanischer Protestbrief im Anhang). Bitte schicken Sie die spanische Version des Protestbriefes an den kolumbianischen Präsidenten an die angegebene Faxnummer: 0057-1-337 5890 oder 0057-1- 342 0592. Am besten funktioniert die Übertragung ab 16 Uhr MEZ.

Tragen Sie oben bei „Remitente“ ihren Namen und Adresse ein, bei „Fecha“ bitte das Datum.
Bitte schicken Sie ebenfalls eine Kopie an den Innen- und Justizminister Kolumbiens.
Gerne können Sie das Protestschreiben auch als regulären Brief an die angegebenen Adressen schicken. Das Porto für einen Brief nach Kolumbien („Standardbrief International“) beträgt 1,70 Euro.
Bitte senden sie auch eine Kopie des Schreibens an die kolumbianische Botschaft in Berlin (FAX: 030-2639 6125) und eine Rückmeldung per Mail an uns (kolumbien@brot-fuer-die-welt.de).

Wenn Sie den Protestbrief als Kirchengemeinde, Verein oder im Namen einer Gruppe schicken, dann versenden Sie den Text doch bitte mit dem entsprechenden Briefkopf. Das macht mehr (Ein-)Druck als ein individueller Brief.

Auch ein Protest per Email ist möglich, wenngleich wir deren Effektivität als nicht ganz so hoch einschätzen.

Präsident Uribe: auribe@presidencia.gov.co
Innen- und Justizminister Valencia Cossio: dhdirgeneral@cable.net.co
Botschafterin der Republik Kolumbien: eberlin@minrelext.gov.co

Gerne können Sie diese Protestaktion auch an Freunde weitergeben oder an Mailinglisten weiterleiten.

Wie wichtig unser Engagement und wie wirksam unsere Eilbriefaktionen sind, bestätigen unsere Partner in Kolumbien immer wieder. Bitte beteiligen Sie sich auch an dieser Protestbriefaktion.  Herzlichen Dank für Ihr Engagement!

Mit freundlichen Grüßen

Jochen Schüller
Beauftragter für Öffentlich-
keitsarbeit zu Kolumbien

Adrian Oelschlegel 
Regionalverantwortlicher Kolumbien

Thomas Sandner
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
„Brot für die Welt“

Protestbrief – deutsche Übersetzung

Absender                                                                                                                   Datum

Señor Presidente de la República
Dr. Álvaro Uribe Vélez
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá - KOLUMBIEN

Telefax: (00 57) 1-337 5890  oder  (00 57) 1-342 0592

Sehr geehrter Herr Staatspräsident,

von „Brot für die Welt“, Aktion der Evangelischen Kirchen in Deutschland, habe ich von Mordplänen gegen den Anwalt von Corporación Jurídica Libertad,  Byron Góngora Arango, in Medellín erfahren. Auftragsmörder einer bewaffneten Gruppe aus dem Stadtviertel Campo Valdés in Medellín haben offenbar den Auftrag, ihn zu ermorden.

Herr Góngora und seine Kollegen haben insbesondere an Fällen von extralegalen Hinrichtungen durch die staatlichen Sicherheitskräfte gearbeitet. Sie haben immer wieder Ermittlungen gegen den ehemaligen Heeresgeneral Manuel Montoya und den ehemaligen Brigadegeneral der Polizei Leonardo Gallego gefordert, die von Ex-Paramilitärchef Diego Fernando Murillo Bejarano der Zusammenarbeit mit den Paramilitärs während der Militäroperation „Orion“ bezichtigt werden.

Auch die Kollegen und Kolleginnen von Bayron Góngora werden seit einiger Zeit verfolgt und beschattet.

Schon im Jahr 2008 hatte die Interamerikanische Menschenrechtskommission für die Corporación Jurídica Libertad von der Regierung wirksame Schutzmaßnahmen gefordert. Die Anwälte teilen uns mit, dass ihre mehrmaligen Anfragen wegen eines Termins, um mit der Regierung über ihre Sicherheitssituation zu sprechen, nicht beantwortet wurden.

Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Bayron Góngora sowie aller Mitglieder von der Corporación Jurídica Libertad.

Ich fordere Sie auf, eine umfassende und unabhängige Untersuchung der gegen die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte gerichteten Mordpläne einzuleiten, die Ergebnisse der Ermittlungen zu veröffentlichen und die Auftraggeber vor Gericht zu stellen.

Besonders eindringlich bitte ich Sie, in Absprache mit den Mitarbeitenden der Corporación Jurídica Libertad wirksame Schutzmaßnahmen einzuleiten, so wie es auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission gefordert hat.

Ich rufe Ihre Regierung auf, die Sicherheit der Menschenrechtsverteidiger zu garantieren, so wie es die Erklärung der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom Dezember 1998 vorsieht, so dass diese ihre legitime Arbeit fortsetzen können, die von großer Bedeutung für den Rechtsstaat ist.

Hochachtungsvoll

Kopie an:

Innen- und Justizminister Valencia Cossio
Ministerio Del Interior y de Justicia
Carrera 9a. No. 14-10,
Bogotá, Colombia
Telefax: 0057- 1 - 599 8013

Botschaft der Republik Kolumbien,
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstr. 84
10787 Berlin
Telefax: 030-2639 6125

Modellbrief auf spanisch als pdf zum Download

http://www.kolko.de/downloads/EIlaktion_CJL_Protestbrief_spanisch.pdf



 

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